Herzlich willkommen in meinem Blog.
Sollten sich Nichtprogrammierer hier herumtreiben, werden sie vermutlich manchmal denken: Was für ein komischer Kauz. Und das ist auch Richtig. Wir Softwareentwickler, insbesondere Entwicklungshelfer, haben eine besondere Art die Welt zu betrachten. Wir leben täglich davon Informationen abstrakt zu erfassen und “Verarbeitbar” zu machen und selbiges danach auch zu tun. Das prägt jeden Lebensbereich und kann auf zwischenmenschliche Beziehungen komische Verhaltensweisen bzw. Reaktionen hervorufen.
Auch stellt man sich Programmierer als kleine, dicke, picklige, Pizzavertilgende, sozial zurückgezogene und sich unverständlich ausdrückende Tageslichtverweigerer vor. Auch das ist so Unrichtig nicht. Auch der verschrobene Humor, der uns Nachgesagt wird, ist uns zu eigen. Nicht das wir mit Ihm schon geboren worden wären. Vielmehr wird dieser durch den nötigen überlebenswichtigen Zynismus entwickelt. Macht man sich jedoch einmal die Mühe uns näher kennenzulernen, dann wird man feststellen, das wir garnicht so “weltfremd” sind. Halt nur anders…
Um euch einen kleinen Einblick in die Weltsicht eines halbwegs berufserfahrenen und talentierten Softwareentwicklers zu geben, möchte ich euch in meinem ersten Posting ein kleines Beispiel geben: Angenommen ein Softwareentwickler hat nach einem BurnOut-Syndrom eine Sitzung bei seinem Psychologen. Während er auf die Praxisklingel drückt, erblickt er folgendes Schild an der Haustür:
Ein normaler Mensch würde sich hier folgerichtig denken, dass weder das Betteln noch das Hausieren erlaubt sind. Ein Softwareentwickler abstrahiert zuerst die Daten und stellt fest, das Betteln und Hausieren sich zwei ausschliessende Tätigkeiten sind. Wenn ich Bettel will ich Geld fürs Betteln, wenn ich Hausiere will ich Geld für eine Ware die ich verkaufe. Somit kann man nicht gleichzeitig Betteln und Hausieren. Eine “Und”-Verknüpfung jedoch ist nur wahr, wenn beide Teilausdrücke wahr sind, was ja wie gerade festgestellt nicht möglich ist. In diesem Haus ist somit das Betteln und auch das Hausieren ausdrücklich erlaubt.
Einem Softwareentwickler wäre es also völlig unverständlich wenn er beschimpft würde, wenn er in diesem Hause Betteln bzw. Hausieren würde. Dieses Beispiel mag noch ziemlich transparent und nachvollziebar sein. Jedoch erstrecken sich manchmal die Gedankengänge von Softwareentwicklern so verschroben, das eine direkte sinnhafte Verbindung zur aktuellen Situation nicht zu erkennen ist. Und schon wird man als “komisch” oder “weltfremd” abgestempelt und in eine Schublade gesteckt.
In diesem Blog wird es um die Softwareentwicklung und dem alltäglichen Wahnsinn gehen, dem ich mich ausgesetzt sehe. Vielleicht wird so manchem dann ein Licht aufgehen und uns Informatiker/Softwareentwickler mit anderen (vielleicht auch mitleidigen oder verständnisvollen) Augen ansehen.
Auf ein paar allgemeinere Fragen (Woher komme ich, wohin gehe ich und verfluchtnochmal was mache ich eigentlich hier?) gehe ich in meiner FAQ ein. Also unbedingt mal reinschauen. Sie ist momentan noch recht übersichtlich.
Wenn Ihr Anregungen oder Kritik habt: Immer raus damit. Auch wenn Ihr bessere/schönere/elegantere Lösungen für die diversen Probleme habt, würde ich mich über eine eMail oder einen Kommentar freuen.
Nun wünsche ich euch viel Spass
Euer Entwicklungshelfer
