Mittelmässigkeit

Auf keinen Fall gestehe Du,
der Mittelmässigkeit was zu.
Hast Du Dich erst mit ihr vertragen,
dann wirds Dir bald bei ihr behaben,
bis Du dereinst, Du weißt nicht wie,
geworden bist, so flach wie sie.

Emanuel Geibel

Die Mittelmässigkeit ist der Graubereich, in denen sich die Farblosen zu verstecken suchen. Bloß nicht auffallen. Nichts zu gut machen, um keine aufmerksamen Geister zu wecken die in einem mehr erkennen oder nach mehr verlangen könnten. Mittelmäßigkeit schützt vielleicht vor dem Fall, jedoch hemmt es auch den Aufstieg. Es hemmt die Freude bei der Arbeit und schmälert den Sinn böswillig. Sie schweigen wenn es um Meinungsfragen geht. Selbst wenn knallharte Tatsachen, die das Projekt auf Messersschneide bringen werden, auf wehenden Fahnen in gleissendheller Flammenschrift geschrieben stehen, nie würden Sie ihren Unmut zum Ausdruck oder ihre Bedenken an den Mann bringen. Zu gefährlich, denn dann könnten von einem eigene Lösungsvorschläge verlangt werden. Und plötzlich sind sie nicht mehr in der Mittelmässigkeit begraben und das gilt es zu verhindern. Doch weit entfernt von allen Entscheidern und Projektleitern, fluchen sie vor ihrem Computer. Sie verfluchen die aktuelle Situation und das es soweit kommen konnte. Nur wird ihnen selten bewusst, dass genau diese graue Masse von unauffälligen Mitläufern, in denen oft mehr Potential steckt als sie selbst für möglich halten würden, einer der wesentlichenn Gründe dafür sind. Würde diese “Mittelschicht” bei offensichtlichem Bullshit mal den Mund aufmachen, könnte man vieles im Vorfeld verhindern. Aber anscheinend ist Schweigen und Leiden einfacher und für jene Geschöpfe erstrebenswerter.