Vordenken
Das Nachdenken bringt uns weiter, sobald wir mehr
als die Hälfte davon zum Vordenken verwenden.Ernst Ferstl
Wir leben in der Zeit des Nachdenkens. Es wird erst einmal ein Land in Schutt und Asche gelegt, bevor man nachdachte und feststellte: “Die haben vielleicht keine Massenvernichtungswaffen!”. Alle denken ständig nach, wie sie entstandene Probleme aus der Welt schaffen können. Leider ist es so, dass diese Nachdenkmentalität für viele dieser Probleme verantwortlich ist. Es fängt im Management an. Es werden unrealistische Zeitvorgaben gemacht. Jedem Kind mit Grundschulrechenkenntnissen könnte ausrechnen, dass dies nicht aufgehen kann. Wenn dann der Termin erwartungsgemäss verschoben werden muss, wird darüber Nachgedacht, woran es wohl gelegen haben kann. Es werden teilweise ganze Untersuchungsausschüsse gebildet um diesem Problem nachzugehen. Dabei ist es ganz einfach: Es wurde nicht vorgedacht. Es wäre nicht so schlimm, wenn dieser Fehler in der nächsten Runde nicht entstünde. Doch wegen dem ständigen Nachgenken über das Misslungene, bleibt noch weniger Zeit zum Vordenken. Was Managern im Großen versaubeuteln, fabrizieren so manche Softwareentwickler im Kleinen. Sie sind so sehr damit Beschäftigt nachzudenken, dass sie einfach nichts mehr Vordenken. Es wird nur noch alles im Eiltempo in die Tastatur erbrochen, durch den Compiler umgerührt und einmal getestet ob es auch im Computer bleibt. Kaum einer nimmt sich die Zeit Dinge Vorzudenken. Deshalb ist hier ein sehr großer Bedarf und eine der größten Tugend in unserer heutigen Zeit. Und dies bezieht sich nicht nur auf die Softwareentwicklung.